Dienstag, 17. Juli 2018

Künstlerliste der Magnetischen Translokationen


 magical hystery tour, Olivia Seiling, #MagneitscheTranslokationen - hier am Place Orléans in Paris 2018



Aus 30 Jahren KunstVerein Ahlen waren 30 Künstlerinnen und Künstler eingeladen, eine ausgewählte Arbeit als hochwertig abgezogenes Fotos auf magnetischen Folien bereitzustellen. 
Diese magnetisch aufgeladenen Fotografien sind die Grundlage der MAGNETISCHEN TRANSLOKATION.

Und Sie sind herzlich dazu eingeladen - mitzumachen!


Und so einfach wird es gemacht.

1 Sie ordern eine Magnetfolie aus der unten aufgeführten Bilderfolge für 60,- € 
bei ruppe(ädd)koselleck.de

20,-€ gehen an die Künstlerin/den Künstler. 20,-€ an den Kunstvererin. 20,-€ werden für die Produktion der Folie verwendet.

2 Sie bekommen das Motiv Ihrer Wahl per Post zugeschickt und begeben sich auf die Suche nach einem / nach mehreren geeigneten Orten für dieses Bild.
Die MAGNETISCHE TRANSLOKATIONEN kann im öffentlichen oder privaten Raum, unterwegs, am Auto, auf dem Schiff - einfach überall stattfinden.


3 Sie machen ein Foto von der translozierten Arbeit und senden dieses an
info (ädd) kunstvereinahlen.de oder noch einfacher Sie veröffentlichen es unter dem Hashtag

#MagnetischeTranslokationen oder
#magneticTranslocations

auf Instagram, Facebook, Twitter (...) wo Sie bereits viele Arbeiten untwegs in Sibirien, Dublin oder sonstwo finden werden. Auch Sie können jetzt Kurator*in werden - Suchen Sie sich die Folien Ihrer Wahl.



4. Weg zum Ziel!
Sie besuchen die aktuelle Ausstellung STRATEGISCHE SAMMLUNGEN im Kunstverein und sehen die ersten Kunstwerke auf Reisen auf einem Monitor im Flur - dort wo auch alle Magneten aufgehängt sind.

Denn Ahlen ist überall und überall ist Ahlen.


Frühestmöglicher Liefertermin ist eine Woche nach Eingang der Bestellung.


Herzlichen Gruß von

Ruppe Koselleck
Künstlerische Leitung des Kunstverein Ahlen
- auf Facebook bitte hier abbiegen. 



Wiebke Bartsch, Meßdiener 2015, ca. 30 x 20 cm - 29/30
Susanne von Bülow, Veiled Woman with Bubble Gum, ca. 30 x 25 cm, MT 2018

Brandstifter - Auszug Asphaltbiblioteque New York 2009, Format ca. A4, 30/30 

Frederik Foert, DONT HURT ME FOR YOUR PRITTY! 22 x 44 cm, MT 2018, 30/30
 
 
Brigitte Gmachreich-Jünemann 1997, Ohne Titel, 30 x 20 cm, MT 2018, 30/30
Stephan Homann 2018, Dyspeptikósaura, 24,5 x 30 cm, MT 2018, 30/30
Heiner Geisbe, art is long live is short, 22 x 42 cm, MT 2018, 30/30
Carsten Gliese, Stuhl, 22 x 25 cm, MT 2018, 30/30
Eva Maria Kollischan, Zeichnung 27 x 20 cm, MT 2018, 30/30
Thomas Klegin, INFINITY, 22 x 30 cm, MT 2018, 30/30
Christiane Laun, 2017 Nov. 8, 19 x 30 cm, MT 2018, 30/30



Günter Malchow, 20 x 15 cm, MT 2018, 30/30
 

Ulrich Möckel 2017, Kontur nach Rotbuche, 25,5 x 25,5, MT2018, 30/30
 Thomas Prautsch, "Paris", 22 x 42 cm, MT 2018, 29/30

  
Margret Rinke 2013, Ohne Tite, 22,5 x 30 cm, MT 2018, 30/30
Esther Ruthenfranz"o.T.", ca. 22 x 42 cm, MT 2018, 30/30

Christina Sauer, BaumSchnitt XXXIX, 19 x 30 cm, MT 2018, 30 / 30

Olivia Seiling, ca. 30 x 21 cm, MT 2018, 30/30


Markus Willeke, Pizzakarton, ca. 22 x 42 cm, MT 2018, 29/30

 
Günter Wintgens, "Essen auf Rädern", ca 21 x 42 cm, MT 2018, 29/30
 
Ludger Wörtler, Ohne Titel, 27 x 21,5, MT 2018, 30 / 30
Thomas Wrede, Manhattan PW Car Ride 2002, 24 x 35 cm, MT 2018, 30 / 30

Freitag, 13. Juli 2018

Hab- und Leergut

Tütenrollatoreneinsatz in der Fußgängerzone in Ahlen, am 9. Juli 2018 - Stadtbesetzung 2018 Foto: Koselleck

eine Hommage an Slominskis Wirklichkeiten

Ein mit zum bersten angefüllten Plastiktüten behängter Rollator im öffentlichen Raum stellt zweierlei Fragen.

Ahlen, ebenda - Stadtbesetzung 2018 -  Foto Koselleck für Kunstverein Ahlen

Einmal die soziale, die sich daraus ergibt, dass Rollatorenrentner die Mülleimer nach verwertbaren Pfandgütern durchsuchen - zwecks Verbesserung ihrer maroden finanziellen Situation.
Und das andere Mal die translokative Kunstfrage.

Wenn Slominskis Tandem-Fahrrad im Frankfurter Museum für Moderne Kunst mit einer vergleichbaren vermüllten "Pennerästhetik" den klaren Weg zur Kunst gefunden hat,
so verweist die "Rückkehr" eines vermüllten Objektes in den öffentlichen Raum auf den ursprünglichen Charakter des Objektes - auf eine Wirklichkeit hinter Slominskis Mülltütentandem.

Der DER MEISTERSCHÜLER entwickelte gemeinsam mit dem DER BETRIEBSPRAKTIKANT ein in die Jahre gekommens, gealtertes, verrentetes Objekt - den Rollator. Eine blaue Krücke ist an der rollbaren Gehilfe eingesteckt und stakt in die Luft. Auch sie wird zusätzlich mit Tüten voller leerer Getränkedosen, Flaschen verhängt. 

"Willkommen im Club" wirbt eine Tüte freundlich auf die Zeiten knapper Kassen und Rentnerfragen. Und wenn man jetzt den Wagen durch die Stadt rollt, wird der "Schieber" gleichsam unsichtbar. Man weicht seinem Blick aus, übersieht den Akteur im öffentlichen Raum.

Die Frage, was wann wo Kunst ist oder doch nur eine müllige Gehilfe, wird ausgespart und löst sich in Gesprächen in austauschbaren Fußgängerzonen auf.



"HAB- UND LEERGUT" steht aktuell im Flur vor dem Kunstverein Ahlen und bleibt dort noch bis zum Ausstellungsende der laufenden Ausstellung STRATEGISCHE SAMMLUNGEN am 29. Juli 2018 geparkt.

Erster Testlauf des Tütenrollators in Münster, am 9. Juli 2018 - mit Blick auf das historische Rathaus.
DENN DIES SEMESTER WIRD ALLES ANDERS. Foto: DER BETRIEBSPRAKTIKANT





... den Tütenrollator im Einsatz werden Sie in den kommenden Wochen nach seinem aktuelles Parkort im Flur vor dem Kunstverein Ahlen an weiteren Orten in NRW antreffen.... - denn Ahlen ist überall und überall ist Ahlen.

Herzlichen Gruß von

Ruppe Koselleck
Künstlerische Leitung für den Kunstverein Ahlen
und der DER BETRIEBSPRAKTIKANT (var.) (David Großbölting)
- auf Facebook zum Kunstverein bitte hier abbiegen.
... zur Stadtbesetzung, hier.

Das aktuelle und überraschend auftretende Performanceprogramm findet im Rahmen von Stadtbesetzung 2018 Freiraum / Leerstand statt. Wir uns besonders beim Kultursekretariat Gütersloh für die Förderung der Aktionen im öR. 






Sonntag, 17. Juni 2018

Strategische Sammlungen

Einladungskarte . Abbildung Staubentnahme in der Academie des Beaux artes - Paris 2018
Liebe Freundinnen und Freunde des KunstVerein Ahlen,

wenn am 29. Juni 2018 um 19 Uhr die Strategischen Sammlungen öffnen werden, dann treffen dort mit Robert Porth, Brandstifter und Wolfgang Stöcker drei unterschiedliche Sammlungskonzepte aufeinander, wie sie abweichender nicht sein könnten.



Robert Porth - als Gründer des The Polly Pocket Museum of Modern Art - sammelt Arbeiten von Künstler*innen, denen er als Architekt zuvor einen eigenen Raum für ihre Arbeit gebaut hat. Ein kubikzentimeter kleiner Raum, der immer eine Polly Pocket als ständigen Beobachter hat. Eine ergo niemals einsame Ausstellungssituation - denn es gibt immer einen, der sich die Kunst betrachtet. Die Polly. Porths Sammlungskonzept koketiert dabei natürlich mit der großen Schwester in New York - dem MOMA - und löst dabei das parasitäre Namensverhältnis nach Amerika auf einem sehr hohen Niveau auf oder ein, und zeigt Künstler wie Taewoo Kang, Selena Savic, Mike und Dirk Löbbert oder Nina Preisendorfer.

Als Spezialgast des Abends zeigt der BERLINER KUNSTVEREIN, der den einzigen Wechselausstellungsraum des PP-MoMA betreibt, eine besondere Arbeit von Timm Ulrichs und greift damit die Berliner Antwort des Porth auf New York auf eine überraschende Weise auf.



Brandstifter - als Leiter der Brandstiftung und Begründer der Asphaltbiblioteque - widmet sich seit gut zwanzig Jahren der inten- wie extensiven ästhetischen Analyse kultureller Relikte, die sich auf dem Boden befinden. Bei uns zeigt der Mainzer Konzeptkünstler seine Sammlung aus New York aus dem Jahr 2009 und stellt seine hasardistischen Systematiken rund um verlorene Zettel vor. Strategisch sucht auch der aktuelle Klosterstipendiat in Gravenhorst die ironisch gebrochene und anti-auratische Nähe nordamerikanischer Bedeutsamkeit.

Archivstempel, Signatur und Unterschrift des DEUTSCHEN STAUBARCHIVs aus Köln






Ganz anders das DEUTSCHE STAUBARCHIV, welches sich der Sammlung und Verwertung von Kulturstaub und extrem partikulärem Resten relevanter Orte oder Ortungen widmet.
Dr. Wolfgang Stöcker widmet sich dabei der Archivierung nationaler wie internationaler Stäube und zeigt erstmalig den kompletten Jahresstaub des Museum Ludwig aus Köln. Seine sorgfältigen Transformationen stellen dabei ebenso saubere wie schmutzige Fragen eines musealen Status am Rhein. Ob dabei allerdings Stäube von sich aus anti-auratisch wirken? Oder sogar gegenteilig in hyper-homöopathischen Dosen gerade zu eine Vergoldung unseres Ausstellungsraumes in der zweiten Etage einer alten Schuhfabrik bewirken werden?

Man wird sehen! Nein - sie sollten das selber sehen und überprüfen!

Kommen Sie also am 29. Juni 2018 um 19 Uhr nach Ahlen in die Königstraße 7 -

Sie werden es keinesfalls bereuen!


Herzlichen Gruß von

Ruppe Koselleck

Künstlerische Leitung für den KunstVerein Ahlen
- auf Facebook bitte hier abbiegen.

Im Kontext von 30 Jahre KunstVerein Ahlen setzen wir die Reihe #MagnetischeTranslokationen fort. Sie können vor Ort magnetische Arbeiten aus der Vereinsgeschichte erwerben.

Sonntag, 10. Juni 2018

Von Ulan Ude über Moskau nach Dublin

Der "Stuhl" von Carsten Gliese 50 km vor Ulan Ude auf einer Steppenrast in Buryatien / Rußland, 22. Mai 2018


 

Unter einer Magnetischen Translokation verstehen wir die temporäre Umsetzung künstlerischer Abbildungen auf eisenhaltige Untergründe mittels der Verwendung unsichtbarer Anziehungskräfte. Verstanden? Noch nicht? Also (...):

Für 30 Jahre KunstVerein Ahlen schicken wir 30 Künstler*innen aus der Vereinsgeschichte weltweit als magnetische Abbildungen auf die Strecke. Und Sie können mitmachen.

Ausgewählte Motive wie z.B. der abgebildete Drehstuhl von Gliese können für 60 Euro erworben werden. (20 für den Künstler - 20 für den Verein - 20 für den Aufwand)
 

Sie nehmen das magnetische Bild Ihrer Wahl auf Ihre Reise und tun was für die Verbreitung der Kunst aus dem KunstVerein Ahlen. Bei den Magnetischen Translokationen handelt es sich um TÜV-geprüfte auf Automobilen durch reinen Magnetismus bis mindestens 200 km/h haftbare regensichere Fotoabzüge, die mit Ihnen durch die Welt reisen sollten! Aber unsere magnetischen Fotos können auf allen eisenhaltigen Untergründen haften. 

WERDEN SIE ALSO SELBST ZUM KURATOR resp. ZUR KURATORIN und nehmen die Chance wahr, ideale Ausstellungsorte zu finden!

Denn Ahlen ist überall! Und überall ist der KunstVerein. Bereits heute können Sie unter dem #MagnetischeTranslokationen unter Instagram eingestellte Reisekunstwerke an variablen Orten einsehen. 



Eva Maria Kollischan, Domodedovo Flughafen Moskau, am 19. Mai 2018



Suchen Sie sich also ein Bild aus, bestellen die jeweils in einer dreißiger Auflage erschienen Kunstwerke und schicken uns Dokumentationen, wie weit die Kunst um die Welt reisen konnte bzw. laden unter #MagnetischeTranslokationen Ihren Beitrag hoch.

So und heute am 10. Juni 2018 können Sie zur Finissage von #68wird50 ab 16 Uhr probehalber die ersten Bilder und zwanzig Originalfotomagneten im KunstVerein Ahlen in der Königstraße 7 sehen.


 
Essen auf Rädern, Günter Wintgens in der Ulitsa Lenina, Ulan Ude, am 23. Mai 2018
Für kleine Reiseberichte stehen Ihnen Gerd Buller und Ruppe Koselleck - zurück aus Ulan Ude und auf seinem Weg nach Dublin - die ersten Magnetischen Translokationen vor.

Zur "Practise and Power" - Conference  am 21. Juni 2018 stelle ich dann als Gast und Referent der Kunsthalle Osnabrück und als Künstler und  Künstlerischer Leiter des KunstVereins Ahlen im Kontext von CAPP (COLLABORATE ARTS AND PARTNERSHIP PROGRAMM) weitere Bilder aus Moskau, Ulan Ude und Berlin vor. Das strategische Spaghat als Künster und Kurator zu arbeiten, versuche ich dann in einem Workshop in der Temple Bar Gallery + Studios aufzulösen.

Falls Sie es also heute nicht nach Ahlen schaffen, so sind Sie sehr herzlich eingeladen, einigen magnetischen Folien aus der Vereinsgeschichte nach Irland zu folgen.


"erboten" von Günter Malchow auf russischer Öltonne irgendwo in Sibirien,
am 24. Mai 2018 auf dem Rückweg aus Torku am Baikalsee


 Oder eben bis gleich in Ahlen


Herzlichen Gruß von

Ruppe Koselleck
Künstlerische Leitung für den Kunstverein Ahlen
- auf Facebook bitte hier abbiegen.


Brandstifter, Thomas Klegin, Günter Malchow, Eva Maria Kollischan, Markus Willeke, die Takeover BP, Thomas Prautsch, Esther Rutenfranz und Susanne von Bülow am Baikalsee


Magnetische Translokationen Ulitsa Baltakhnova, Ulan Ude 2018
Ausstellungsaufbau, Ulan Ude
Eröffnung mit Passanten in Sibirien (Ulan Ude)

Dienstag, 8. Mai 2018

Searching for the revolution

Vergoldetes Schamhaar - weitere Installationsansichten bitte hier abbiegen. Bildrechte: Möcking und Nehring 2018
oder aber der ästhetische Umweg über das Schamhaar des Rainer Langhans zu einem preiswürdigen Beitrag der künstlerischen Forschung heute.

Ausgeschrieben war zum 50jährigen Jahrestag von 68 der Mythos in seiner historischen Midlife Crisis - und beworben haben sich bundesweit Künstlerinnen und Künstler von Berlin über Beckum, Braunschweig, Osnabrück und Münster - sogar ehemalige Kieler sowie Neudüsseldorfer - kurzum viele frisch examinierte oder studierende und neuniedergelassene Berufsanfänger der Bildenden Künste.

Auf der Suche also nach der Revolution wurden Evelyn Möcking und Daniel Nehring in München fündig, als Sie nach einem vielstundenlangen Gespräch das Idol der sexuellen Befreiung Rainer Langhans - Mitbegründer der der Kommune 1 - davon überzeugen konnten, ihnen ein einzelnes Schamhaar für die künstlerische Forschung zu übergeben.

Der KunstVerein Ahlen sowie seine Jury bestehend aus Candia Neumann vom NoCube, Dirk Bogdanski vom Literaturmuseum Haus Nottbeck sowie Ruppe Koselleck, Konzeptkünstler und künstlerischer Leiter des Kunstvereins, kamen nach langer Beratung überstimmig zum Entschluß die profanierende Suche nach einem aufgeladenen Mythos mit dem ausgeschriebenen Preisgeld von
NEUNZEHNHUNDERTACHTUNDSECHSZIG EUROs auszuzeichnen.

Die zweiteilige Arbeit reflektiert auf eine ebenso komplexe wie unkonventionelle Weise einen Mythos von 68 - den der sexuellen Befreiung.

Installationsansicht in Ahlen - weitere Installationsansichten bitte hier abbiegen. Bildrechte: Möcking und Nehring 2018
Die Skulptur (Teil eins der Arbeit), dessen Zentrum ein mit Gold bedampftes Schamhaar der 68er Ikone Rainer Langhans bildet sowie eine Videoprojektion
(Teil zwei der Arbeit), die das Verfahren der Rasterelektronenmikroskopie (REM) nutzt.

Das Künstlerpaar beschreibt dazu wie folgt: "Beide Teile der Arbeit entspringen aus dem Verfahren der Rasterlektronenmikroskopie. So ist die Goldbedampfung Voraussetzung für die REM-Untersuchung des Objekts; die verschiedenen Einstellungsmodi sind Grundlage für die Auswahl des Bildausschnitts. Durch die Goldeinfassung und auratische Aufladung des Objekts erinnert der Prozess an Konservierung oder Transformation, vor allem aber an Sakralisierung, liegt doch am Ende – einer Reliquie gleich – ein ca. 3cm durchmessenes Artefakt vor.
Die Videoprojektion bildet hierzu einen Gegenpol: In nüchterner Manier wird das Schamhaar einer wissenschaftlichen anmutenden Betrachtung unterzogen; das Haar als Objekt erscheint auf den ersten Blick näher. Detaillierter. Gleichzeitig drängt sich das Verfahren selbst in der Vordergrund und abstrahiert den Blick auf das Haar."

Es gelingt den beiden auf eine herausragende Weise den Mythos 68, der mit seinem 50. Geburtstag in die Midlife Crisis kommt, ein ebenso abstruses wie scheinbar rationales Memorial zu setzen, der das Politsakrale eines Schamhaars soweit überdehnt, dass sie ihren eigenen Humor dabei brechen.

Weitere Installationsansichten bitte hier abbiegen. Bildrechte: Möcking und Nehring 2018
Der Film ist das Dokument einer technischen und abstrakten Annäherung an ein Schamhaar - er entwickelt dabei hochkomplexe Ästhetiken des Suchvorgangs, welche nur unter dem Elektronenraster sichtbar werden. 
Natürlich kann dabei das REM nicht etwas zeigen oder beweisen, was der rationale Verstand als sinnvolle Analyse auffassen könnte. Dennoch entwickelt sich entlang dieser "unsinnvollen" Analyse eine eigene Schönheit, an der alles "echt" ist und dennoch nichts einer wissenschaftlichen Wahrheitsfindung dient. 
Vielmehr provozieren die jungen Künstler mit dem Ethos des Wissenschaftlichen eine neue Aura - einen schönen Schein, der aussagefrei einfach pur und nur für sich selbst schön ist. Und sakral!

Wider dem Profanen ersteht dabei eine neuer Raum, der abgedunkelt, fast an eine kleine flimmernde Kapelle einer untergegangenen Revolte erinnert.

Wir gratulieren Möcking und Nehring für ihren wohlverdienten Preis und laden alle interessierten sehr herzlich ein, die Wettbewerbsausstellung im KunstVerein Ahlen zu besuchen.

Noch bis zum 10. Juni 2018 sind dort noch weitere sehr sehenswerte Arbeiten von den nachfolgenden Künstlerinnen und Künstlern zu sehen, die wir im Verlauf der nächsten Wochen fallweise noch auf unserem Facebook-Account mit Text und Bild vorstellen werden.


Anita Bruder | Anna Budina | Lisa Buskühl | Felix Deufel | Malte Frey | Kathrin Heyer | Amelie Hirsch | Julia Kiehlmann | Valentino Magnolo | Evelyn Möcking | Daniel Nehring | Aaron Rahe | Julian Reiser | Jasmin Richter | Lioba Schmidt | Marcel Schröder | Jona Sliwka

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und weisen besonders auf den 13. Mai 2018 hin, wenn um 16:30 Uhr Ost Ecke Weststraße in Ahlen die Performance:
stattfinden wird. 
Danach wird Amelie Hirsch im Kunstverein in ihrer Performativen Installation SCHAUMSCHLÄGER_IN tätig sein. Viele Gründe mehr nach Ahlen zu kommen.

Glück auf und herzliche Grüße
von Ruppe Koselleck und Gerd Buller
für den KUNSTVEREIN AHLEN


Die Ausstellung wurde gefördert durch die Sparkasse Münsterland Ost - das bevorstehende Performanceprogramm findet im Rahmen von Stadtbesetzung 2018 - Leerstand statt. Hier bedanken wir uns besonders beim Kultursekretariat Gütersloh für die Förderung der Aktionen im öR.


https://www.sparkasse-muensterland-ost.de






Künstlerliste der Magnetischen Translokationen

  magical hystery tour , Olivia Seiling, #MagneitscheTranslokationen - hier am Place Orléans in Paris 2018 Aus 30 Jahren KunstVer...